Zusammenfassung
Die folgende Kasuistik berichtet über fünf Afrikareisende,
welche trotz einer adäquaten Prophylaxe mit Mefloquin an einer
Malaria erkrankten.
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Wenn dies zur Zeit nur einen geringen Teil der Touristen
betrifft, dürfen weder Arzt und noch Reisende die Möglichkeit
einer Malaria a priori ausschliessen:
Jeder febrile
Tropenrückkehrer sollte den Arzt aufsuchen und jeder Arzt muss
notfallmässig auch nach korrekter Einnahme von Mefloquin eine
Malaria ausschliessen bzw. nachweisen. Neu steht prophylaktisch
für Afrikatouristen nebst Mefloquin (Lariam® Mephaquin® )
Atovaquone/ Proguanil (Malarone® ) zur Verfügung (1 Tbl
täglich). Malarone ist deshalb bei Reisenden mit Mefloquin
Nebenwirkungen, Kontraindikationen oder Abneigung und bei
LastMinute Reisen eine Alternative, welche aber deutlich teurer
zu Buche schlägt. Bei gegenüber Mefloquin unbelasteter Anamnese
bleibt Lariam® /Mephaquin® weiterhin die erste Wahl für alle
ost-/zentral- und westafrikanischen Destinationen. Eckdaten der Reisenden 1 bis 5:
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Jahrgang, sex Nationalität |
Destination Aufenthalts dauer |
Malariaprophyl. mit ......... Von - bis |
Spezies Parasitendichte |
Hospitalisation + / - von bis Therapie |
| 1 |
1946, m, CH |
Madagaskar 10.9-3.10.94 |
Mephaquin 1 Tbl/wo 28.8.-14.10.94 |
P. falciparum 2 %o 11.94 P. malariae 02.95 |
+ 25.11.- 7.12.94 Vibramycin, Chinin Halfan 94 Nivaquin 2.95 |
| 2) |
1972, w, CH |
Burkina Faso 1/2000 |
Mephaquin 1 Tbl /Wo |
Spezies??
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- Chinin 8/99; 1/00 |
| 3) |
1979, w, CH |
Burkina Faso 9.9.00-4.1.01 |
Mephaquin 3/4Tbl/Wo |
P.falciparum ? %o |
- Chinin Tbl 22.12.00 |
| 4) |
1960, m, Kameruner |
Kamerum 12.99-01.00 |
Lariam 1 Tbl/Wo |
P.falciparum 6%o |
+:
16.1.-20.1.2000 Chinin und Doxicyclin i.v. |
| 5) |
1958, m, CH |
Kenia 3Wo - 12/1988 |
Lariam 1 Wo vor
bis 2 Wo nach Rückkehr |
P.falc. 32%0 P.vivax |
+: 11.7.-14.7.89 Chinin i.v.+p.o.; Doxycyclin Primaquin 15mg * 14d |
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Anamnese/Klinik
1) BS nahm Mephaquin lediglich 2 Wochen über den
Ferienaufenthalt hinaus. 6 Wochen nach Rückkehr Auftreten
von Fieber und Magendarmsymptomen, deshalb stationäre
Abklärung: Nachweis von Plsmodien im Blut 2 Tage nach
Eintritt ins Spital. Nach Therapieeinleitung Entfieberung.
Erneuter St.febrilis im Februar 95: Nachweis von P. malariae.
Therapie mit Nivaquin
2) Die junge Sozialarbeiterin erkrankte in
Ouagadugu mehrmals an Fieber trotz adäquater Einnahme von
Mephaquin, zuerst im Aug. 99 , dann im Jan. 2000 sowie
später mehrere Male. Therapie jeweils mit Chinin. Die
Prophylaxe mit Mefloquinn wurde ab Januar 2000 sistiert.
3) Die Seminaristin litt an Schüttelfrost und
Fieber kurz vor Weihnachten 2000 unter einer
prophylaktischen Dosis von Mephaquin (3/4 Tbl a 250mg bei KG
44kg wöchentlich). Positiver Nachweis von P.falc.,
Behandlung mit Chinin ambulant, danach Entfieberung. Anfangs
März 2001 reisemed. Beratung vor der Abreise nach Ouagadugu:
Ich empfahl Mefloquin, wobei bei NW auf Malarone täglich
ausgewichen werden kann.
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Anamnese/Klinik (Fortsetz.)
4) Der 40 jährige Arbeiter aus Kamerun besucht
regelmässig seine Angehörigen in Kamerun und erkrankt trotz
1 Tbl Lariam wöchentlich unmittelbar nach der Rückkehr an
Fieber>39 Grad. Hospitalisation. Im Blut Nachweis von
P.falciparum. Entfieberung nach Chinin+Doxycyclin.
Anlässlich seiner nächsten Reise nach Kamerum wird sich die
Frage stellen, ob Mefloquin oder Malarone prophylaktisch
empfohlen werden.
5) 12/88: 3 wöchiger Keniaaufenthalt unter
korrekter Lariamprophylaxe. April 89 Fieber und Durchfall.
4Wochen Fieber ohne Diagnose (bettlägrig daheim!).Am 9.7.89
Fieber bis 40Grad: 12.7.89 Hospitalisation-Therapiebeginn
mit Chinin i.v.
03/2001: Reiseberatung ( Kenia Badeferien, 2 Wochen):
Mefloquin (+und Malarone) werden abgelehnt („kein Vertrauen
in Medikamente"). Man "einigt" sich auf die Mitnahme eines
Notfallmedikamentes Chinin+ Doxycyclin und bespricht, was zu
tun wäre bei Auftreten von Fieber.
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Kommentar
von Dr. H.Etter, Tropenmediziner, Kolumbanstr.16, 9008
St.Gallen
E Mail:
etter-steinlin@free.mhs.ch
Die Prophylaxe mit Mefloquin ist die sicherste und am
besten erprobte Methode für Malariahochrisikogebiete in
Afrika. Schon bei der Einführung von Mefloquin gab es
seltene Resistenzen in Afrika, die aber bei Reiserückkehrern
bis heute zum Glück eine Rarität darstellen. Bei Verdacht
auf eine Resistenz muss man sich fragen:
- war die Einnahme regelmässig ( Plasmaspiegel? )?
- war die Dosis zu klein (bei Reisenden über 100 kg
!)?
- Erkrankung einige Wochen nach der letzten Dosis,
wenn das Medikament den Ausbruch nicht mehr verhindern
kann?
- Diagnosestellung korrekt (Behandlung im Ausland)?
- wirkliche Resistenz?
Wichtig ist, dass es sich beim Reiserückkehrer mit Fieber
auch unter der Prophylaxe mit Mefloquin um eine Malaria
handeln kann. Die Diagnose ist dann schwierig, da unter
Mefloquineinfluss die Parasiten selten, verändert und
schwierig erkennbar sind.
Korrespondenzadresse:
Impfstelle Dr.G.Heeb, Rorschacherstr.238 9016 St.Gallen
E Mail: gallus@dr-heeb.ch |